Was ist eine Schriftart? Typen, Aufbau & Auswahl

Atomm
Atomm·Folgen
189
0
0
Veröffentlicht 2026/07/31

Du hast eine wunderschön verschnörkelte Schreibschrift für ein Hochzeitsschild ausgesucht, sie zum Laser geschickt – und die Buchstaben kamen als verschmiertes graues Band zurück. Oder du hast ein Namensschild in einer zarten Serifenschrift graviert, und die Hälfte der feinen Linien ist einfach in der Holzmaserung verschwunden.

Beide Probleme haben denselben Ursprung. Eine Schriftart ist nicht nur eine Optik – sie ist eine Sammlung von Formen mit echter, messbarer Strichstärke, Abständen und Verbindungen, und diese Formen verhalten sich auf dem Bildschirm ganz anders als unter dem Laser.

Dieser Guide beantwortet zuerst die einfache Frage und geht dann auf die Details ein, die in der Praxis zählen: den Unterschied zwischen Schriftart und Schriftfamilie, die sechs Schriftgattungen, denen du am häufigsten begegnest, und die Aufbau-Begriffe, die erklären, warum manche Buchstaben bei 6 mm noch funktionieren und andere zerfallen.

Danach wird es praktisch: was TTF und OTF im Workflow eines Makers jeweils leisten, welche Schriftarten zu welchen Projekten passen, und eine Auswahlmethode, die beim Material ansetzt statt bei der Laune.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Schriftart ist eine konkrete Ausprägung einer Schriftfamilie: ein einzelner Schriftschnitt (Stärke und Stil) eines Schriftdesigns, geliefert als Datei, die deine Software lesen kann.
  • Strichstärke und Punzengröße entscheiden, ob eine Beschriftung das Schneiden oder Gravieren übersteht. Haarfeine Serifen und eng geschwungene Schreibschriften scheitern am häufigsten.
  • Installiere für Maker-Projekte TTF- oder OTF-Dateien, halte Buchstaben über etwa 6 mm Höhe, und wandle Text vor dem Schneiden in Pfade um.

Was ist eine Schriftart?

Eine Schriftart ist eine Datei, die der Software sagt, wie sie jedes Zeichen eines Zeichensatzes zeichnen soll – Buchstaben, Zahlen, Satzzeichen und Symbole. Sie enthält zwei Dinge: die Umrisse jedes Glyphen und die Regeln für Abstände und Kombinationen.

Diese Umrisse sind Vektorpfade, keine Bilder. Jeder Glyph wird durch Ankerpunkte und Kurvenhebel definiert – genau deshalb kann Laser- und Schneidesoftware einen Buchstaben als Schnittlinie behandeln statt als Bitmap.

Glyphenumriss mit beschrifteter Grundlinie, x-Höhe, Oberlänge und Punze neben Serifen- und serifenlosen Buchstabenformen
Ein Glyph ist ein bearbeitbarer Umriss mit Ankerpunkten und Hebeln. Die hier beschrifteten Begriffe entscheiden darüber, wie klein ein Buchstabe werden darf.

Umrisse sind nur die halbe Datei

Die andere Hälfte sind die Metriken: Seitenabstände, Kerning-Paare, Zeilenhöhe und Hinting-Daten, die kleinen Text auf Bildschirmen scharf halten. Wenn du "AV" tippst und sich die beiden Buchstaben sauber ineinanderschieben, dann macht das ein Kerning-Paar – nicht du.

Deshalb können zwei Schriftarten fast identisch aussehen und sich beim Satz trotzdem völlig unterschiedlich verhalten.

Woher der Begriff kommt

Der Begriff stammt aus dem Bleisatz. Eine physische Font war eine Schublade mit gegossenen Metall-Lettern in einer Größe und einem Schnitt – zum Beispiel Caslon, 12 Punkt, kursiv.

Dieselbe Type in 18 Punkt gewünscht? Andere Font, andere Schublade – und oft leicht neu gezeichnete Buchstaben, denn Metall bei 6 Punkt brauchte dickere Striche als Metall bei 48 Punkt, um die Einfärbung zu überstehen.

Digitale Umrisse skalieren frei, deshalb ist die Größe aus der Definition verschwunden. Doch sobald du den Bildschirm verlässt, gilt die alte Logik wieder: Eine Form, die auf Postergröße gut lesbar ist, kann in Schlüsselanhänger-Größe physisch unmöglich sein.

Schriftart vs. Schriftfamilie: Wo liegt der Unterschied?

Eine Schriftfamilie ist das Design. Eine Schriftart ist eine konkrete, nutzbare Version davon. Helvetica ist eine Schriftfamilie; Helvetica Bold Italic ist eine Schriftart.

In der Praxis ist der Unterschied weitgehend verschwunden. Dein Betriebssystem sagt "Font", jedes Design-Tool sagt "Font", und in der Werkstatt korrigiert dich niemand. Wichtig bleibt die Unterscheidung an zwei Stellen:

  • Lizenzierung – meist kaufst du eine ganze Familie, und der Preis hängt davon ab, wie viele einzelne Schriftschnitte sie enthält.
  • Dateiverwaltung – "installiere die Schriftart" bedeutet eine Datei; "installiere die Familie" kann achtzehn bedeuten.

Variable Fonts verwischen die Grenze weiter. Eine einzige Variable-Font-Datei enthält einen stufenlosen Bereich an Strichstärken und Breiten und verhält sich damit wie Dutzende Schriftarten. Die meiste Schneidesoftware bevorzugt aber weiterhin eine einfache statische Datei – exportiere oder installiere daher eine feste Instanz, wenn ein Variable Font Probleme macht.

Schriftgattungen

Sechs Gattungen decken fast alles ab, worauf du treffen wirst. Das hier ist der Überblick – genug, um eine Richtung zu wählen und zu wissen, was dich auf dem Material erwartet.

Sechs Schriftgattungen im Vergleich: dieselben Buchstaben in Serifenschrift, serifenloser Schrift, Schreibschrift, Display-Schrift, Monospace und Frakturschrift
Dieselben zwei Wörter in sechs Gattungen. Schon vor der Größenwahl variieren Strichstärke und Laufweite enorm.
  • Serifenschriften tragen kleine Abschlussstriche an den Enden der Buchstaben. Times New Roman, Garamond, Playfair. Sie wirken traditionell und seriös und haben meist die dünnsten Striche aller Gattungen.
  • Serifenlose Schriften verzichten auf diese Abschlussstriche. Helvetica, Arial, Inter, Futura. Klarer, moderner und meist die zuverlässigste Wahl für alles Kleine oder Physische.
  • Schreibschriften imitieren Handschrift oder Kalligrafie, verbunden oder getrennt. Wunderschön für Hochzeits- und Geschenkprojekte – und die Gattung, die am ehesten Probleme macht.
  • Display-Schriften sind für große Größen und starken Charakter gemacht – schmal, dekorativ oder stark stilisiert. Hervorragend für Headlines, ungeeignet für Fließtext.
  • Monospace-Schriften geben jedem Zeichen dieselbe Laufweite. Courier, JetBrains Mono. Im Einsatz für Code, Tickets und alles, was in Spalten ausgerichtet sein muss.
  • Frakturschriften (Blackletter) umfassen die dichten, kantigen gotischen Stile, wie man sie auf Urkunden, Bandlogos und Bieretiketten sieht. Sehr ornamental, in großen Mengen schwer lesbar – meist genau das Ziel.

Wenn du Buchstabenformen lieber erst auf echtem Material sehen willst, bevor du dich festlegst: Atomms gravierte Schriftzüge und Typografie-Vorlagen zeigen, wie sich diese Gattungen verhalten, sobald sie in Holz, Acryl und Leder gebrannt sind.

Aufbau einer Schriftart

Typografen benennen die Teile eines Buchstabens, um präzise darüber sprechen zu können. Drei dieser Begriffe entscheiden, ob deine Beschriftung funktioniert.

  • Strichstärke ist die Dicke der Linien – Thin, Light, Regular, Medium, Bold, Black. Der mit Abstand nützlichste Regler, den du hast.
  • Strichkontrast ist der Unterschied zwischen dem dicksten und dünnsten Teil eines Buchstabens. Hochkontrastschriften wie Didot schwanken zwischen kräftigen Grundstrichen und Haarlinien; kontrastarme Schriften bleiben nahezu gleichmäßig.
  • Punzen sind die eingeschlossenen Flächen innerhalb eines Buchstabens – das Loch im o, die Schlaufe im g, die Lücke im e. Ihre Größe bestimmt, wie klein ein Buchstabe werden kann, bevor er zum Klecks wird.

Was der Aufbau beim Schneiden und Gravieren bedeutet

Das ist der Teil, den generische Typografie-Guides auslassen. Ein Laser hat eine Strahlbreite, und bei jedem Durchgang breitet sich Hitze ins Material aus. Daraus ergeben sich drei vorhersehbare Fehlerbilder.

Das Wort Bella in einer Haarlinien-Serifenschrift, einer verbundenen Schreibschrift und einer mittelstarken serifenlosen Schrift, jeweils in drei abnehmenden Größen
Drei Schriftarten mit sinkender Größe. Haarlinien verlaufen und Schreibschrift-Verbindungen laufen zu, lange bevor die mittelstarke serifenlose Schrift überhaupt Probleme bekommt.

Dünne Striche verschwinden. Eine Haarlinien-Serife, die auf dem Papier nur einen Bruchteil eines Millimeters misst, kann schmaler sein als dein Strahl. Auf gemasertem Sperrholz verblasst sie einfach in der Maserung.

Punzen laufen zu. Gravierst du eine fette, eng gezeichnete Schrift klein, schließt die von beiden Seiten nach innen kriechende Verkohlung das Loch im a oder e. Unter etwa 6 mm ist das die häufigste Ursache für "mein Text sieht aus wie ein Fleck".

Verbundene Schreibschriften verschmelzen. Wo zwei geschwungene Striche nah aneinander vorbeilaufen, überlappt die Wärmeeinflusszone des einen den anderen, und die Lücke schließt sich. Die Buchstaben verschmelzen zu einem durchgehenden Band – genau das verschmierte Band vom Anfang dieses Artikels.

Die Lösung für alle drei Fälle ist dieselbe kurze Liste: mehr Größe, mehr Laufweite oder ein leichterer Schnitt desselben Designs.

Tipp: Graviere vor dem eigentlichen Material eine Testkachel mit deinem Text in drei Größen und zwei Leistungsstufen. Fünf Minuten Ausschuss beantworten Fragen, die keine Schriftvorschau beantworten kann.

Schriftdateiformate

Schriftarten kommen in einer Handvoll Containerformate. Das falsche zu wählen kostet Zeit, richtet aber keinen Schaden an.

FormatWas es istWofür geeignet
TTFTrueType. Das am weitesten verbreitete Umriss-Format.Standardwahl. Beste Kompatibilität mit Schneide- und Graviersoftware.
OTFOpenType. Gleiches Prinzip, mehr Funktionen – Ligaturen, Alternativzeichen, Schwünge.Wenn du die typografischen Extras einer Familie nutzen willst.
WOFF / WOFF2Komprimierte Web-Formate.Nur für Websites. Lassen sich nicht auf deinem System installieren.
SVG-Font / Single-LineStrichbasierte Buchstabenformen statt gefüllter Umrisse.Kleine Gravuren, Ritzen, Stiftplotter. Siehe unten.

Umriss-Schriften vs. Strichschriften

Die letzte Zeile verdient besondere Aufmerksamkeit, denn hier macht ein Formatunterschied tatsächlich einen Unterschied dabei, was physisch möglich ist.

Eine normale Schriftart ist ein Umriss: Der Buchstabe ist eine geschlossene Form, und deine Maschine fährt den Umfang ab. Gravierst du ihn klein, liegen die beiden Seiten eines Strichs so eng beieinander, dass die Brandspuren verschmelzen.

Eine Strichschrift (Single-Line- oder Stick-Font) hat keinen Umfang. Der Buchstabe ist der Pfad, die Maschine zieht also eine einzige Linie durch die Mitte jedes Strichs. Das macht wirklich kleine Gravuren praktikabel – deshalb sind Strichschriften wichtig für Schlüsselanhänger, Schmuckanhänger und Hundemarken.

Der Haken ist die Verfügbarkeit. Echte Strichschriften sind eine kleine Nische, oft als SHX, SVG oder DXF statt als TTF erhältlich, und viele als "Single Line" angebotene Downloads sind in Wirklichkeit gewöhnliche Umriss-Schriften. Öffne die Datei und prüfe, ob der Buchstabe eine geschlossene Form ist, bevor du dich darauf verlässt.

Wenn du den Unterschied von innen verstehen willst: deine eigene Handschrift in eine funktionierende Schriftdatei zu verwandeln zeigt am klarsten, wie Buchstabenformen wirklich aufgebaut sind.

Egal welches Format: Mach vor dem Senden eines Jobs eine Sache immer. Wandle Text in Pfade oder Umrisse um. Das brennt die Formen fest in die Datei ein, sodass sich das Design nicht heimlich verschiebt, falls die Schriftart auf einer anderen Maschine fehlt.

Warum Schriftarten wichtig sind

Schriftarten transportieren eine Stimmung, bevor überhaupt jemand ein Wort liest. Eine Slab-Serife auf einem Barbershop-Schild und eine runde serifenlose Schrift auf einem Kinderzimmer-Namensschild leisten beide Arbeit, die nichts mit den Buchstaben selbst zu tun hat.

Lesbarkeit ist die größere Herausforderung

Langer Text braucht eine großzügige x-Höhe, offene Punzen und unaufgeregte Formen – und er braucht das umso mehr, je größer der Betrachtungsabstand oder je schlechter das Licht wird.

Eine Schriftart, die auf einem Handydisplay aus 30 cm Entfernung funktioniert, kann auf einem Ladenschild quer über einen Parkplatz hinweg unlesbar sein. Genau deshalb greifen Wegeleitsystem-Designer aus genau diesem Grund zu breiten, gleichmäßigen serifenlosen Schriften mit hoher x-Höhe.

Für Maker kommt eine dritte Ebene hinzu: das Material

Die Schriftfamilie entscheidet, wie lange ein Job läuft, wie viel Ausschuss entsteht und ob winzige Beschriftung überhaupt machbar ist.

Ein lasergraviertes hölzernes Familien-Namensschild neben einem klein gravierten Schlüsselanhänger aus Edelstahl
Dieselbe Beschriftung in zwei Größenordnungen. Das Schild verträgt feine Details, der münzgroße Schlüsselanhänger braucht gleichmäßige Striche und offene Abstände. Hölzernes Familien-Namensschild → · Schlüsselanhänger aus Edelstahl →

Am deutlichsten zeigt sich das bei Logos, denn ein Zeichen muss in Visitenkartengröße, auf einem gravierten Anhänger und auf einem zwei Meter breiten Banner funktionieren. Ein Blick auf die Schriftarten, die sich im Logodesign bewähren, zeigt, wie eng das Feld wird, sobald jede dieser Größen funktionieren muss.

Die praktische Regel: Gestalte für den kleinsten Ort, an dem die Schrift jemals erscheinen wird. Was auf dem Schlüsselanhänger übersteht, funktioniert immer auch auf dem Schild.

Gute Schriftwahl je nach Projekttyp

Die richtige Schriftart hängt weniger vom Geschmack ab als davon, was das Objekt leisten muss. Hier siehst du, wie sich die Gattungen von oben auf die Projekte übertragen, die Maker tatsächlich verkaufen – jedes Beispiel verlinkt zum Community-Projekt, aus dem es stammt.

Logos und Markenzeichen

Setz auf eine mittelstarke serifenlose Schrift oder eine robuste, kontrastarme Serifenschrift, und teste zuerst bei der kleinsten Größe. Ein Logo lebt auf einem Lederpatch, einer Kappe, einer Rechnung und einem Banner – Haarlinien und enge Punzen disqualifizieren sich damit von selbst.

Graviertes Lederpatch mit einer Enten-Illustration über weit gesperrten Versalien in Serifenschrift mit dem Schriftzug Ironvale Engraving Co.
Weit gesperrte Versalien in Serifenschrift auf Leder. Selbst in Patch-Größe bleiben die Buchstabenformen offen – genau das erlaubt es demselben Zeichen, bis zur Schildgröße hochzuskalieren. Ironvale Engraving Co. Square Leather Patch →

Beschränke den Schriftzug auf ein bis zwei Schnitte und lass die Laufweite den Charakter tragen. Weit gesperrte Versalien wirken hochwertig, ohne zerbrechliche Details hinzuzufügen.

Monogramme und personalisierte Geschenke

Hier verdienen sich dekorative Schriften ihren Platz, denn ein Monogramm ist groß, isoliert und besteht nur aus zwei oder drei Zeichen. Geteilte und ineinander verschlungene Layouts passen zu hochkontrastigen Serifenschriften und kalligrafischen Schreibschriften, die in einem ganzen Satz scheitern würden.

Bambus-Schneidebrett mit einer einzelnen dekorativen Initiale in einem Lorbeerkranz graviert
Ein Monogramm ist groß und isoliert, deshalb funktioniert ein hochkontrastiger, dekorativer Buchstabe hier – in einem Satz würde er das nie tun. Personalized Laser Engraved Bamboo Cutting Board with Monogram →

Atomms Monogramm-Generator ist genau um diese Geometrie herum gebaut, falls du das Lockup nicht von Hand konstruieren willst.

Schilder, Plaketten und Hochzeitsdeko

Größe verschafft dir Spielraum, deshalb verhalten sich Schreibschriften hier endlich brav. Nimm eine getrennte statt einer voll verbundenen Schreibschrift und füge Laufweite hinzu, damit sich die Schlaufen nicht berühren.

Stehendes Namensschild aus Holz mit einem Namen in fetter Serifenschrift und dem zweiten darunter in verbundener Schreibschrift geschnitten
Eine neutrale plus eine dekorative Schrift. Die Schreibschrift hat in Schildgröße Raum zum Atmen, und die Serifenschrift sorgt für Lesbarkeit. Personalized Interlocking Couples Name Sign →

Kombiniere einen Vornamen in Schreibschrift mit einer schlichten serifenlosen Schrift für den kleineren Begleittext – eine dekorative plus eine neutrale Schrift liest sich deutlich besser als zwei dekorative. Für das Layout übernehmen der Hochzeitsschild-Generator und der Türschild-Generator die Abstände, bei denen normalerweise etwas schiefgeht.

Ornamente, Topper und kleine Deko-Objekte

Kleines, gebogenes oder dünnes Material ist der schwierigste Fall. Bevorzuge fette serifenlose Schriften oder kräftige Display-Schriften mit weiten Punzen und meide alles mit Strichen, die dünner sind als dein Strahl.

Schwarzer, lasergeschnittener Hochzeitstorten-Topper mit zwei Ringen und den Namen Linda und Alexander auf einem Banner
Ausgeschnittene Buchstaben müssen physisch zusammenhalten. Das Banner hinter den Namen leistet Struktur-Arbeit, nicht nur Dekoration. Laser Cut Wedding Cake Topper with Rings and Personalized Names →

Ausgeschnittene Schrift braucht eine Prüfung, die gravierte Schrift nicht braucht: Jeder Buchstabe muss physisch mit seinen Nachbarn oder dem Rahmen verbunden sein, sonst fällt das Teil aus der Platte. Schablonen- und verbundene Schreibschriften lösen das von Haus aus. Der Tortentopper-Generator und der Ornament-Generator sind die Abkürzung für diese Formen.

Wie du die richtige Schriftart für dein Projekt wählst

Starte bei den Rahmenbedingungen, nicht beim Durchstöbern. Drei Fragen klären die meisten Entscheidungen:

  1. Wie klein wird der kleinste Buchstabe sein?
  2. Gravierst du die Oberfläche, oder schneidest du die Form aus?
  3. Wird das einmalig als Headline gelesen, oder richtig als Text durchgelesen?

Sind die beantwortet, wird das Feld schnell kleiner.

Für Einsteiger, die ihre Maschine noch kennenlernen, ist eine mittelstarke serifenlose Schrift die verzeihendste Wahl. Sie verträgt ungenaue Leistungseinstellungen und falsch eingeschätzte Größen besser als alles andere.

Wenn Lesbarkeit am wichtigsten ist – Beschilderung, Sicherheitshinweise, alles, was aus der Distanz gelesen wird – wähle eine breite serifenlose Schrift mit hoher x-Höhe und offenen Punzen, und setze sie größer, als es sich nötig anfühlt.

Maker, die kleine Teile schneiden wie Schlüsselanhänger, Ohrringe und Schmuckanhänger, sollten mit Strichschriften starten oder eine höhere Mindestgröße akzeptieren. Das ist der eine Fall, in dem das Format wichtiger ist als der Stil.

Hochzeits- und Event-Projekte sind der Ort für Schreibschriften, und sie verhalten sich brav, wenn du ihnen Raum gibst. Halte Buchstaben über etwa 12 mm, erhöhe die Laufweite, und graviere den längsten Namen zum Test – die Unterlänge bei einem kleinen g oder y ist die Stelle, an der Probleme zuerst auftauchen.

Wenn du etwas brauchst, das es noch nicht gibt, lohnt sich ein Blick auf generierte und KI-gestützte Buchstabenformen, und ein Vergleich, was verschiedene Schriftgenerator-Tools tatsächlich ausgeben, erspart viel Ausprobieren. Zwei Warnungen: Prüfe die Lizenz vor kommerzieller Nutzung, und rechne damit, knotenlastige Pfade aufzuräumen, damit deine Maschine nicht durch Tausende unnötiger Punkte ausgebremst wird.

Eine Gewohnheit schlägt jede Empfehlungsliste. Bau dir ein persönliches Musterbrett: Graviere deine zehn liebsten Schriftarten auf deinem üblichen Material in 6, 10 und 20 mm, und häng die Kachel an die Wand neben die Maschine. Das klärt Schriftfragen schneller als jede Bildschirmvorschau.

Fazit

Eine Schriftart ist eine Datei aus Buchstabenumrissen plus den Abstandsregeln, die sie zusammen funktionieren lassen. Eine Schriftfamilie ist das Design dahinter. Diese Unterscheidung lohnt sich zu kennen – und lohnt sich selten, darüber zu streiten.

Was deine Arbeit wirklich besser macht: Bewerte Schriftarten nicht mehr nach der Bildschirmvorschau, sondern nach Strichstärke und Punzengröße bei der Größe, die du wirklich nutzen wirst.

Tu das, und das verschmierte Hochzeitsschild und die verschwundene Serife hören auf zu passieren – nicht weil du mehr Typografie-Begriffe gelernt hast, sondern weil du angefangen hast, die Formen so zu lesen wie deine Maschine.

Häufig gestellte Fragen zu Schriftarten

Was ist der Unterschied zwischen einer Schriftart und einer Schriftfamilie?

Eine Schriftfamilie ist das übergeordnete Schriftdesign, zum Beispiel Garamond. Eine Schriftart ist eine konkrete Version davon, zum Beispiel Garamond Bold Italic, geliefert als installierbare Datei. Im Alltag werden die Begriffe meist synonym verwendet, wichtig wird der Unterschied wirklich nur bei Lizenzierung und Dateiverwaltung.

Welches Schriftdateiformat sollte ich installieren, TTF oder OTF?

Beide funktionieren auf modernen Systemen. TTF hat die breiteste Kompatibilität mit Schneide- und Graviersoftware und ist damit die sicherere Standardwahl. Wähle OTF, wenn die Familie Alternativzeichen, Ligaturen oder Schwünge bietet, die du nutzen willst. WOFF und WOFF2 sind reine Web-Formate und lassen sich nicht installieren.

Wie klein kann gravierter Text sein, bevor er nicht mehr lesbar ist?

Als grobe Untergrenze gilt: Halte Kleinbuchstaben beim Gravieren über etwa 6 mm und beim Schneiden über 8 bis 10 mm, und teste dann an Ausschussmaterial. Die eigentliche Grenze hängt weniger von der Punktgröße ab als von Strichstärke und Punzengröße: Eine leichte serifenlose Schrift bei 5 mm schlägt oft eine fette Schreibschrift bei 8 mm.

Darf ich jede kostenlose Schriftart für Produkte verwenden, die ich verkaufe?

Nein. "Kostenlos zum Download" bedeutet oft nur kostenlos für den privaten Gebrauch. Achte auf eine ausdrückliche kommerzielle Lizenz und bevorzuge offene Lizenzen wie die SIL Open Font License, die kommerzielle Nutzung erlaubt. Bewahre eine Kopie jeder Lizenzdatei zu deinem Projekt auf, damit du die Erlaubnis später nachweisen kannst.

Warum sehen Schreibschriften beim Gravieren verschmiert aus?

Verbundene Schreibschriften platzieren geschwungene Striche sehr eng beieinander, und die Hitze eines Durchgangs überlappt den nächsten, sodass sich die Lücken schließen und die Buchstaben zu einem Band verschmelzen. Behebe das, indem du Größe und Laufweite erhöhst, einen leichteren Schnitt wählst oder zu einer Schreibschrift mit getrennten Buchstabenformen wechselst.

Brauchst du eine Schrift, die wirklich sauber schneidet?

Erzeuge einsatzbereite Buchstabenformen aus einer einfachen Beschreibung und bring sie direkt auf deine Maschine.

Inhalt
Was ist eine Schriftart?
Schriftart vs. Schriftart: Was ist der Unterschied?
Schriftarten
Anatomie eines Beckens
Schriftdateiformate
Warum Schriftarten wichtig sind
Gute Schriftwahl nach Projekttyp
Wie man eine Schriftart für Ihr Projekt auswählt
Schlussfolgerung
Häufig gestellte Fragen zu Schriftarten
gift